Die Deutsche Bahn investiert 16,7 Millionen Euro in den Umbau des Freiburger Hauptbahnhofs. Der Bahnhof soll durch neue Aufzüge, eine erweiterte Unterführung und modernisierte Bahnsteige barrierefreier werden. Die Stadt Freiburg und die Deutsche Bahn haben nach jahrelanger Planung den Zeitrahmen und die Finanzierung offiziell festgelegt. Die Bauarbeiten beginnen im Oktober 2026.
Inhaltsverzeichnis:
- Neue Aufzüge und erweiterte Unterführung
- Anpassung der Bahnsteige und neue Dächer
- Finanzielle Unterstützung und Investitionen
- Bereits bestehende barrierefreie Bahnhöfe in der Region
- Bedeutung für die Fahrgäste
Neue Aufzüge und erweiterte Unterführung
Auf der Nordseite des Bahnhofs entstehen fünf neue Aufzüge, die die Bahnsteige besser erreichbar machen. Laut Michael Groh, Leiter des Regionalbereichs Südwest der Deutschen Bahn, werden die Kabinen größer und zeitgemäßer gestaltet. Auch die nördliche Unterführung wird verlängert und soll künftig von Gleis 1 bis in den Stadtteil Stühlinger führen.
Ein zusätzlicher Aufzug wird eingebaut, der die Unterführung mit Gleis 8 verbindet. Dadurch werden alle Gleise über die nördliche Unterführung erreichbar sein. Die Stadt Freiburg betont, dass dies besonders für mobilitätseingeschränkte Reisende eine erhebliche Verbesserung bedeutet.
Anpassung der Bahnsteige und neue Dächer
Die Bahnsteige werden so umgebaut, dass Reisende im Rollstuhl oder mit Kinderwagen selbstständig ein- und aussteigen können. Dadurch wird der Freiburger Hauptbahnhof der zweite in Baden-Württemberg sein, der an beiden Enden der Bahnsteige barrierefrei ist – neben dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Zusätzlich werden neue Bahnsteigdächer errichtet, um besseren Schutz für Fahrgäste zu bieten.
Finanzielle Unterstützung und Investitionen
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 16,7 Millionen Euro. Die Finanzierung übernehmen die Deutsche Bahn, das Land Baden-Württemberg, der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) sowie die Stadt Freiburg. Der städtische Anteil beträgt 1,1 Millionen Euro, weniger als die ursprünglich geplanten 2 Millionen Euro.
Die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen beteiligen sich mit 1,3 Millionen Euro über den ZRF an der Anpassung der Bahnsteighöhen. Die Deutsche Bahn hat zugesichert, mögliche Kostensteigerungen zu übernehmen.
Bereits bestehende barrierefreie Bahnhöfe in der Region
In den vergangenen Jahren wurden bereits viele Bahnhöfe in der Region barrierefrei ausgebaut. Dazu gehören die Strecken nach Breisach, Endingen, Elzach und Villingen. Auch die S-Bahn-Haltepunkte an der Kaiserstuhlbahn, Höllentalbahn, Elztalbahn und Münstertalbahn wurden modernisiert.
Laut Hinrich Ohlenroth, Erster Landesbeamter im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, sind diese Maßnahmen Teil eines langfristigen Programms zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr.
Bedeutung für die Fahrgäste
Der Freiburger Hauptbahnhof ist mit 64.000 Fahrgästen täglich der viertgrößte Bahnhof in Baden-Württemberg. Sarah Baumgart, Beauftragte für Menschen mit Behinderung in Freiburg, weist darauf hin, dass die bisherigen Aufzüge nicht ausreichen und oft weite Wege zurückgelegt werden müssen. Die geplanten Maßnahmen stellen daher eine deutliche Verbesserung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität dar.
Mit diesen umfassenden Modernisierungen wird der Freiburger Hauptbahnhof künftig eine deutlich bessere Zugänglichkeit für alle Fahrgäste bieten.
Quelle: swr.de