Lärmschutz in Freiburg
Lärmschutz in Freiburg, pixabay/ Foto illustrativ

In Freiburg leiden über 24.000 Menschen unter zu hohen Lärmbelastungen. Besonders betroffen sind Anwohner stark befahrener Straßen und Bahnstrecken. Die Stadt plant deshalb umfassende Maßnahmen zur Lärmminderung, darunter neue Geschwindigkeitsbegrenzungen.

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Rund 17.000 Menschen betroffen durch Verkehrslärm auf Straßen

Das Garten- und Tiefbauamt der Stadt Freiburg ließ ein spezialisiertes Planungsbüro die Lärmbelastung untersuchen. Die Analyse umfasste Straßen mit mehr als 4.000 Fahrzeugen täglich. Laut Ergebnissen sind etwa 17.000 Anwohner tagsüber Lärmwerten über 65 Dezibel und nachts über 55 Dezibel ausgesetzt. Das entspricht einer dauerhaften Belastung über den gesetzlichen Richtwerten.

Lärm durch Schienenverkehr

In bestimmten Gegenden kommt auch Lärm durch Schienenverkehr hinzu. Insgesamt 6.700 Personen sind zusätzlich durch Zugverkehr betroffen. Dazu gehören Bereiche entlang der Rheintalbahn sowie der Güterbahnstrecke. In beiden Fällen liegt die Verantwortung nicht bei der Stadt, sondern beim Eisenbahnbundesamt.

Eschholzstraße und Merzhauser Straße im Fokus

Die Stadtverwaltung hat verschiedene Möglichkeiten zur Lärmreduktion geprüft. Lärmschutzwände sind oft technisch nicht umsetzbar oder zu kostenintensiv. Auch lärmmindernder Asphalt kann nur schrittweise eingebaut werden. Die effektivste Lösung ist laut Stadt: Tempo runter.

Geplant sind neue Geschwindigkeitsbegrenzungen in mehreren Bereichen. Auf der Eschholzstraße soll künftig auch tagsüber Tempo 30 gelten. In der Merzhauser Straße ist ein durchgehendes Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde vorgesehen – Tag und Nacht. Diese Maßnahmen gelten als kostengünstig und schnell umsetzbar.

Lärmschutz bei Schienenverkehr bleibt schwierig

Im Gegensatz zum Autoverkehr kann Freiburg nur begrenzt auf den Schienenlärm Einfluss nehmen. Zuständig für Maßnahmen an den Haupt-Eisenbahnstrecken ist das Eisenbahnbundesamt. Die Freiburger Verkehrs AG arbeitet dennoch kontinuierlich an Lärmreduktion. Eingesetzt werden Rasengleise und spezielle Gummilagerungen der Schienen. Diese sollen die Vibrationen mindern und die Geräuschkulisse deutlich senken.

Gemeinderat entscheidet im Mai

Ein Entwurf des neuen Lärmaktionsplans liegt bereits vor. Dieser sieht einheitlichere Temporegeln und mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen im gesamten Stadtgebiet vor. Anfang Mai soll der Gemeinderat über den Entwurf beraten. Danach beginnt ein offizielles Anhörungsverfahren mit anderen Behörden.

Im Herbst könnte der Plan dann endgültig beschlossen werden. Anschließend soll die Umsetzung schrittweise erfolgen: Verkehrsschilder werden angepasst, Ampelschaltungen überarbeitet. Ziel ist es, die Lebensqualität für tausende Freiburger spürbar zu verbessern.

Quelle: SWR