In Freiburg ist ein inklusives Musikprojekt gestartet. Dort singen Menschen mit und ohne Demenz gemeinsam. Das Angebot reagiert auf steigende Erkrankungszahlen im Land. Es verbindet kulturelle Teilhabe mit sozialer Unterstützung. Die Zahl der Menschen mit Demenz in Baden-Württemberg soll bis 2040 von rund 200.000 auf 256.000 steigen.
Inhaltsverzeichnis
- Hans-Heinrich Mohn und Netzwerk Demenz Freiburg
- Frank Leenen und Heinrich-Hansjakob-Haus
- Studien zur Gehirngesundheit in Deutschland
Hans-Heinrich Mohn und Netzwerk Demenz Freiburg
Das Netzwerk Demenz Freiburg gründete den Chor als neues Angebot. Er richtet sich an Erkrankte und Nichtbetroffene. Ziel ist gemeinsames Singen. Seit Mitte Januar treffen sich 20 bis 30 Personen verschiedener Altersgruppen. Einige leben mit einer Diagnose. Andere sind Angehörige oder Interessierte.
Hans-Heinrich Mohn, 74, gehört zu den Teilnehmern. Früher sang er im Buschorchester in Freiburg. Dort wurden komplexe Texte geprobt. Das fällt ihm heute schwerer. Vor einigen Jahren erhielt er die Diagnose Demenz und zählt damit zu etwa 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland. Im Herbst 2025 sprach er im SWR Nachtcafé gemeinsam mit seiner ehemaligen Ehefrau über die Erkrankung. Weitere Entwicklungen aus der Region finden sich im Bereich Aktuell.
Noch organisiert er seinen Alltag selbst. Termine speichert er im Computer. Dienstags steht nun die Probe um 15 Uhr im Heinrich-Hansjakob-Haus, einer Einrichtung des Caritasverbands. Dort probt der Chor regelmäßig.
Frank Leenen und Heinrich-Hansjakob-Haus
Die musikalische Leitung hat Frank Leenen. Er war früher Domkapellmeister. Nach mehreren Proben zieht er eine erste Bilanz. Er beobachtet Lernfähigkeit. Er prüft, wie gut neue Stücke aufgenommen werden.
An einem Probentag standen 2 Werke auf dem Plan
- Ein Vogel wollte Hochzeit machen als dreistimmiger Satz
- Ein Geburtstagsständchen als Kanon
Mohn orientiert sich an einem Tenor neben ihm. Er beschreibt Unterschiede im Gedächtnis. Das Informationsgedächtnis lasse nach. Melodien finde er dagegen leichter. Texte blieben anspruchsvoll. Das Musikgedächtnis scheint weniger stark von der Erkrankung betroffen zu sein als andere Gedächtnisbereiche. Mehr zu Fragen der Gesundheit gibt es hier.
Studien zur Gehirngesundheit in Deutschland
Demenz führt häufig zu Isolation. Mehrere Teilnehmer berichten von Einsamkeit. Der Chor schafft regelmäßige Begegnungen. Nach den Proben gehen viele gemeinsam Kaffee trinken. So entstehen Kontakte.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Effekte des Chorsingens. Es stärkt emotionale Stabilität. Es verbessert das Wohlbefinden. Zudem fördert es die Gehirngesundheit. Singen verlangt Koordination von
- Melodie
- Rhythmus
- Text
- Intonation
Studien belegen, dass gemeinsames Singen das Demenzrisiko senken kann und kognitive Ressourcen aktiviert. Hintergründe zur Entwicklung in der Stadt bietet auch der Beitrag Freiburg bleibt teuerste Stadt Baden-Württembergs.
Ein Konzert ist derzeit nicht entscheidend. Für Frank Leenen steht die Freude am Gesang im Mittelpunkt. Der Chor bleibt ein offenes Angebot. Er reagiert auf steigenden Bedarf. Und er schafft Gemeinschaft in einer wachsenden Zahl von Betroffenen.
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FAQ
Was ist das Ziel des neuen Chors in Freiburg?
Der Chor bringt Menschen mit und ohne Demenz zusammen und fördert Gemeinschaft sowie kognitive Aktivierung durch gemeinsames Singen.
Wie viele Menschen nehmen an den Proben teil?
Seit Mitte Januar treffen sich regelmäßig etwa 20 bis 30 Personen unterschiedlicher Altersgruppen im Heinrich-Hansjakob-Haus.
Welche Wirkung hat Chorsingen auf Menschen mit Demenz?
Studien zeigen, dass gemeinsames Singen die emotionale Stabilität stärkt, das Wohlbefinden verbessert und kognitive Ressourcen aktiviert.
Quelle: SWR, SN2 WORLD