Zum Start des neuen Schuljahres hat das Regierungspräsidium Freiburg mehr Lehrkräfte eingestellt als im Vorjahr. Dennoch bleiben vor allem im ländlichen Raum zahlreiche Stellen unbesetzt.
Inhaltsverzeichnis:
- Neueinstellungen im Regierungsbezirk Freiburg
- Gründe für unbesetzte Stellen
- Hoffnungen auf Gymnasiallehrkräfte
- Situation in Lörrach und Waldshut
- Mehr Schülerinnen und Schüler in Südbaden
Neueinstellungen im Regierungsbezirk Freiburg
Im Regierungsbezirk Freiburg treten zum neuen Schuljahr rund 1.700 neue Lehrkräfte ihren Dienst an. Das sind etwa 230 mehr als im Vorjahr. Trotzdem meldet die Behörde weiterhin offene Stellen. Besonders betroffen sind Grundschulen und Sonderpädagogische Bildungszentren im ländlichen Raum.
Regina Höfler, stellvertretende Amtsleiterin des Staatlichen Schulamts Lörrach, bestätigt die Entwicklung. Sie betreut die Vermittlung von Lehrkräften an Schulen in den Landkreisen Lörrach und Waldshut. Dort habe sich die Zahl der Bewerbungen zwar insgesamt erhöht, aber nicht gleichmäßig verteilt.
Gründe für unbesetzte Stellen
- Schulen in mehr als einer Stunde Entfernung von Freiburg haben große Schwierigkeiten, Lehrkräfte zu finden
- Bewerberinnen und Bewerber aus Freiburg wollen selten in entferntere Regionen ziehen
- Schlechte Zuganbindungen und lange Fahrzeiten wirken abschreckend
- Schulen mit besonderem pädagogischem Konzept oder guter Außendarstellung sind im Vorteil
Viele Absolventinnen und Absolventen orientieren sich auch in Richtung Schweiz, wo die Löhne für Lehrkräfte höher sind.
Hoffnungen auf Gymnasiallehrkräfte
Der Freiburger Regierungspräsident Carsten Gabbert verweist auf das neue G9-System an den Gymnasien. Lehrkräfte ohne Anstellung könnten deshalb für offene Stellen in Grundschulen oder SBBZ in Frage kommen.
Darüber hinaus gibt es rund 370 zusätzliche Stellenangebote. Diese waren durch einen Programmierfehler zunächst nicht sichtbar und wurden erst in den letzten Wochen veröffentlicht. Die meisten davon liegen im Bereich der Sonderpädagogik. Bewerbungen sind noch bis Ende Oktober möglich.
Situation in Lörrach und Waldshut
Besonders deutlich zeigt sich die Problematik in den Landkreisen Lörrach und Waldshut. Schulen dort konkurrieren nicht nur mit Städten im Regierungsbezirk, sondern auch mit der benachbarten Schweiz. Für viele Referendarinnen und Referendare sind die höheren Gehälter im Nachbarland ein starkes Argument.
Trotz steigender Bewerberzahlen bleibt der Personalmangel in abgelegenen Regionen bestehen. Höfler betont, dass vor allem kleine Schulen mit eingeschränkter Anbindung betroffen sind. Nur Einrichtungen mit innovativen Konzepten oder moderner Außendarstellung können sich leichter behaupten.
Mehr Schülerinnen und Schüler in Südbaden
Am Montag beginnt für etwa 285.500 Schülerinnen und Schüler im Regierungsbezirk Freiburg wieder der Unterricht. Das sind 2.500 mehr als im letzten Jahr.
- Zahl der öffentlichen Schulen: 863
- Zuwachs bei Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen
- Rückgang bei beruflichen und allgemein bildenden Gymnasien
Der Trend zeigt: Mehr Kinder an Grundschulen, weniger neue Gymnasiastinnen und Gymnasiasten.
Das Regierungspräsidium hofft nun, mit flexiblen Lösungen mehr Lehrkräfte für die offenen Stellen gewinnen zu können. Besonders für die ländlichen Regionen bleibt die Lage jedoch angespannt.
Quelle: SWR