Kälte treibt die Nothilfe in Freiburg an ihre Grenzen
Kälte treibt die Nothilfe in Freiburg an ihre Grenzen, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Winter zeigt Wirkung. Minusgrade, Regen und Schnee erhöhen den Druck auf die Hilfsangebote für wohnungslose Menschen in Freiburg deutlich. Die Nachfrage steigt schnell. Unterkünfte füllen sich. Gleichzeitig bleiben Lücken bestehen, vor allem an Feiertagen. Die Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Wohnungsnot in Freiburg.

Inhaltsverzeichnis:

Oase im Stadtteil Haslach

Die städtische Notschlafstelle „Oase“ gilt regulär als ausgelastet, wenn im Schnitt 2 Personen pro Zimmer untergebracht sind. Aktuell schlafen dort 69 Menschen statt der vorgesehenen 35. Das Amt für Soziales der Stadt Freiburg teilt mit, dass niemand abgewiesen wird. Überbelegung sei im Winter häufig unvermeidlich. Die Zahlen zeigen den akuten Bedarf an kurzfristigen Schlafplätzen. Ähnliche Herausforderungen zeigen sich auch bei sozialen Projekten, mehr hier.

Zentrale Fakten zur Belegung:

  • vorgesehene Kapazität 35 Personen
  • tatsächliche Belegung 69 Personen
  • Zimmerbelegung im Schnitt 2 Personen

Ehemalige evangelische Kirche Landwasser

Seit dem 12. Dezember ergänzt eine neue Notunterkunft das Angebot. Sie befindet sich in einer früheren evangelischen Kirche im Stadtteil Landwasser. Die Einrichtung bietet Platz für bis zu 20 Personen. Zu Beginn nutzten 5 bis 6 Menschen das Angebot, zeitweise waren es bis zu 13.

Sozialarbeiter Holger Hoffmann berichtet von hoher Nachfrage an sehr kalten Tagen. Die Raumhöhe erschwert das Heizen. Deshalb kommen zusätzliche Heizlüfter zum Einsatz. Morgens und abends gibt es heiße Getränke sowie etwas zu essen. An besonders kalten Tagen wird Suppe ausgegeben. Vergleichbare Maßnahmen wurden bereits bei der Zachäuskirche als Kälteschutzraum umgesetzt.

Feiertage und Minusgrade

Problematisch sind Sonntage und Feiertage. Viele Tagesstätten bleiben geschlossen. „Wenn es tagsüber Minusgrade hat, sind das ganz schwierige Tage.“ Über Weihnachten, Neujahr und am Dreikönigstag reichte das Notübernachtungsprogramm nicht aus. Die Tagesstruktur fehlt. Aufenthaltsorte sind begrenzt.

Besonders belastend sind:

  1. geschlossene Anlaufstellen
  2. fehlende Tagesaufenthalte
  3. längere Kältephasen

Zahlen und Unterstützung in Freiburg

Trotz vorhandener Angebote schlafen viele Menschen weiterhin draußen. Im vergangenen Winter waren der Stadt 199 Personen bekannt, die keine Übernachtungsangebote nutzten. Für den laufenden Winter liegen noch keine abschließenden Daten vor. Unterstützung leisten Tagesstätten, Beratungsstellen und der Kältebus. Dort gibt es Essen, Kleidung, Schlafsäcke, Hygieneartikel und Beratung.

Besorgniserregend ist die Entwicklung der letzten Jahre. Zwischen Winter 2023/2024 und Winter 2024/2025 stieg die Zahl der bekannten wohnungslosen Menschen in Freiburg um rund 50 Prozent. Fachstellen rechnen auch in diesem Winter mit hohen Zahlen. Stadt und freie Träger bitten um Geldspenden. Sachspenden können meist nicht gelagert werden.

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Quelle: SWR, MILEKCORP

FAQ

Warum sind die Notschlafstellen in Freiburg im Winter überlastet?

Minusgrade, Regen und Schnee führen zu einer stark steigenden Nachfrage nach warmen Schlafplätzen. Gleichzeitig ist die Zahl der wohnungslosen Menschen in Freiburg in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Wie viele Menschen schlafen aktuell in der Notschlafstelle Oase?

In der Notschlafstelle „Oase“ im Stadtteil Haslach übernachten derzeit 69 Menschen, obwohl die vorgesehene Kapazität bei 35 Personen liegt.

Welche zusätzliche Notunterkunft gibt es in Freiburg?

Seit dem 12. Dezember ist eine weitere Notunterkunft in einer ehemaligen evangelischen Kirche im Stadtteil Landwasser geöffnet. Sie bietet Platz für bis zu 20 Personen.

Warum sind Feiertage für wohnungslose Menschen besonders schwierig?

An Sonntagen und Feiertagen sind viele Tagesstätten und Anlaufstellen geschlossen. Dadurch fehlen Aufenthaltsmöglichkeiten und Versorgungsangebote während der kalten Tagesstunden.