Letzte Gäste im Hebelhof auf dem Feldberg
Letzte Gäste im Hebelhof auf dem Feldberg, Pixabay/ Foto illustrativ

Die Jugendherberge „Hebelhof“ im Schwarzwald wird nach Jahrzehnten endgültig geschlossen. Der Träger Deutsches Jugendherbergswerk Baden-Württemberg kann die notwendigen Sanierungskosten nicht aufbringen. Nur noch bis Ende Oktober sind Übernachtungen möglich.

Inhaltsverzeichnis:

Gebäude aus dem Jahr 1907

Der „Hebelhof“ wurde 1907 als Hotel errichtet. Seit 1955 diente er als Jugendherberge. Das Gebäude weist inzwischen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Laut Landesverband Baden-Württemberg müssten umfassende Modernisierungen erfolgen. Dazu zählen auch energetische Maßnahmen sowie die Anpassung an heutige Sicherheitsstandards.

Die Gemeinde Feldberg schätzt die Kosten auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Als gemeinnütziger Träger kann das Jugendherbergswerk diese Summe nicht finanzieren. Eine Unterstützung durch Fördergelder wäre notwendig.

Gemeinde Feldberg kritisiert fehlende Förderungen

Die Verantwortlichen der Gemeinde sehen ein strukturelles Problem. Sie kritisieren die zu geringen Fördermittel des Landes Baden-Württemberg. Nach ihrer Einschätzung reichen die bestehenden Programme nicht aus, um Sanierungen im ländlichen Raum umzusetzen.

Hinzu kommt eine schwache Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Auch die sinkenden Gästezahlen erschweren die Situation. Im vergangenen Jahr registrierte der „Hebelhof“ rund 26.800 Übernachtungen. Vor 50 Jahren waren es noch 74.500.

Rückgang des Wintertourismus im Schwarzwald

Die Jugendherberge liegt auf der Passhöhe des Feldbergs. Damit war sie die höchstgelegene Herberge Deutschlands. Wintersport spielte traditionell eine zentrale Rolle. Mehrere schneearme Winter führten jedoch zu einem Rückgang der Nachfrage.

  • Vor 50 Jahren: 74.500 Übernachtungen
  • 2023: 26.800 Übernachtungen
  • Rückgang: rund 64 Prozent

Immer mehr Schulklassen entscheiden sich inzwischen für Freizeiten in den Alpen. Dort gelten die Wintersportbedingungen als verlässlicher.

Auswirkungen auf die Region

Laut Gemeinde Feldberg könnte das Aus des „Hebelhofs“ zu einem Minus von 27.000 Übernachtungen pro Jahr führen. Das würde erhebliche Einbußen bei der Kurtaxe nach sich ziehen.

Die Vorsitzende des Deutschen Jugendherbergswerkes Baden-Württemberg, Susanne Pacher, betont die Bedeutung neuer Konzepte. Kinder und Jugendliche sollen auch künftig Natur und Berge erleben können.

Offen bleibt die Zukunft des Gebäudes. Das Jugendherbergswerk führt derzeit Gespräche über eine mögliche Nachnutzung. Die Gemeinde wünscht sich eine Lösung, die Gruppen und besonders junge Gäste anspricht.

Quelle: SWR