Frühe Pilzvielfalt in den Wäldern
Frühe Pilzvielfalt in den Wäldern, Foto: pixabay

Dank der anhaltenden Niederschläge in den vergangenen Wochen zeigt sich die Pilzsaison in Baden-Württemberg in diesem Jahr besonders früh. Bereits im Hochsommer finden Sammler eine große Vielfalt an essbaren Arten in den Wäldern. Die Kombination aus feuchtem Boden und milden Temperaturen hat ideale Bedingungen geschaffen.

Inhaltsverzeichnis:

Frühe Funde im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb

Liss Hoffmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland berichtet, dass besonders Laub- und Mischwälder derzeit ergiebige Sammelgebiete sind. Wer an Waldrändern, in der Nähe alter Bäume oder in Bereichen mit Totholz sucht, erhöht die Chance auf Erfolg. In den Regionen, die in den letzten Wochen hohe Niederschlagsmengen verzeichnet haben, wächst die Vielfalt besonders stark.
Ein Team des SWR begleitete diese Woche eine Pilzexpertin bei Hinterzarten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Dabei wurden unter anderem Trompetenpfifferlinge entdeckt, die dort normalerweise erst im Herbst erscheinen.

Vielfalt der aktuellen Pilzarten

Jetzt lassen sich unter anderem finden:

  • Pfifferlinge
  • Sommer-Steinpilze
  • Röhrlinge
  • Täublinge
  • Bovisten
  • Birkenpilze

Auch Krause Glucken, Schopf-Tintlinge, Große Schmierlinge und Wiesenchampignons sind bereits zu sehen. Durch die starken Regengüsse wurden sogar Fichtenpilze gesichtet. Diese ungewöhnlich frühe Vielfalt lockt sowohl erfahrene Sammler als auch Neulinge in die Wälder.

Sammelregeln und gesetzliche Einschränkungen

Das Ministerium für Ländlichen Raum weist darauf hin, dass nur geringe Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden dürfen. Die empfohlene Obergrenze liegt bei maximal einem Kilogramm pro Person.
Liss Hoffmann empfiehlt die sogenannte Handstraußregel: nicht mehr mitnehmen, als bequem in einer Hand getragen werden kann. Wer zu viel sammelt, riskiert ein Bußgeld.
In Naturschutzgebieten, Nationalparks und Aufforstungsflächen ist das Sammeln verboten. Zudem dürfen einige geschützte Arten wie Schwarzhütige Steinpilze, Kaiserlinge, Schafporlinge und Tuber generell nicht gepflückt werden.

Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten

Besondere Vorsicht ist bei ähnlichen Arten geboten.

  • Der Steinpilz kann leicht mit dem bitter schmeckenden Gallenröhrling verwechselt werden, der an einem netzartigen Muster am Stiel und rosafarbenen Poren erkennbar ist.
  • Der Pfifferling hat mit dem Falschen Pfifferling einen Doppelgänger, der orange bis rötlich gefärbt ist und leicht lösbare Lamellen besitzt.

Experten raten, Pilze nur dann mitzunehmen, wenn ihre Essbarkeit zweifelsfrei feststeht. Apps, Fotos oder Videos sind keine sichere Bestimmungshilfe. Stattdessen sollte man sich an geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie wenden, deren Adressen online verfügbar sind.

Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten
Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten, Foto: pixabay

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung

Typische Symptome einer Pilzvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden. Diese können wenige Stunden oder erst Tage nach dem Verzehr auftreten. In Baden-Württemberg ist die Vergiftungs-Informations-Zentrale in Freiburg unter 0761/19240 erreichbar. Schnelles Handeln ist hier entscheidend, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

 Quelle: SWR