Ab Freitagabend steht auf einer der wichtigsten Eisenbahnstrecken Europas fast alles still. Die Rheintalbahn wird zwischen Freiburg und Basel weitgehend gesperrt. Von 21 Uhr am Freitag bis Montagmorgen fahren dort kaum noch Züge. Für Reisende bedeutet das lange Wartezeiten und deutlich längere Fahrtzeiten.
Inhaltsverzeichnis:
- Sperrung zwischen Freiburg und Basel
- Ausbau der Strecke Karlsruhe–Basel
- Investitionsstau im Schienennetz
- Pünktlichkeit in Baden-Württemberg
Sperrung zwischen Freiburg und Basel
Alle Fernverkehrszüge auf der Strecke zwischen Freiburg und Basel fallen komplett aus. Auch der größte Teil des Regionalverkehrs ist betroffen. Nur zwischen Basel und Müllheim im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald verkehren laut Fahrplan noch Züge, und zwar lediglich im Zwei-Stunden-Takt.
Die Deutsche Bahn setzt Ersatzbusse ein. Fahrgäste müssen jedoch beachten:
- Schnellbusse, die als IC-Busse gekennzeichnet sind, dürfen nur mit einem Fernverkehrsticket genutzt werden.
- Das Deutschlandticket gilt dort nicht.
- Die Reisezeit verlängert sich mindestens um das Doppelte.
Die Bahn empfiehlt, Sitzplätze im Voraus zu reservieren und sich über die App über Änderungen zu informieren. Besonders am Wochenende wird mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen gerechnet.
Ausbau der Strecke Karlsruhe–Basel
Der Hintergrund der Sperrung ist ein Großprojekt. Die Rheintalbahn wird von zwei auf vier Gleise erweitert. Südlich von Freiburg laufen Arbeiten an den neuen Fernverkehrsgleisen. Zukünftig sollen dort Züge mit bis zu 250 km/h verkehren.
Das Projekt zieht sich über Jahrzehnte. Nach aktueller Planung wird der Gesamtausbau erst 2041 abgeschlossen. Bis dahin sind weitere Einschränkungen und Sperrungen unvermeidlich.
Investitionsstau im Schienennetz
Das deutsche Schienennetz gilt als veraltet. Die Interessenorganisation Allianz pro Schiene schätzt den Investitionsbedarf auf rund 110 Milliarden Euro. Zwar werden derzeit zahlreiche Bauarbeiten durchgeführt, dennoch bleibt der Rückstand groß.
Zur besseren Übersicht bietet die Deutsche Bahn interaktive Karten an. Diese zeigen große Störungen und laufende Baustellen im gesamten Netz. Damit sollen Reisende schneller erkennen, wo mit Behinderungen zu rechnen ist.
Pünktlichkeit in Baden-Württemberg
Die Folgen der vielen Baustellen zeigen sich in den Zahlen. Laut Bericht des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg lag die Pünktlichkeit der Regionalzüge zuletzt nur noch bei 88 Prozent. Im Jahr 2014 waren es noch 93 Prozent.
Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Das Land nennt als Hauptursachen die große Anzahl an Baustellen und die alternde Infrastruktur.
Quelle: SWR